Montag, 17. März 2008

Die Anfänge schriftlicher Kommunikation...

Vor einiger Zeit habe ich begonnen das Buch Bibliotheken und Informationsgesellschaft in Deutschland zu lesen. Ich muss gestehen, dass ich noch nicht besonders weit damit gekommen bin, Einleitung und 1.Kapitel habe ich bisher geschafft.
Soweit ich das bereits beurteilen kann, gibt das Buch einen guten Überblick über das Bibliothekswesen, doch mit einigen Passagen des 1.Kapitels, in dem die "globalen Zusammenhänge behandelt [und die] Entwicklungslinien in historischer und soziologischer Betrachtung nachgezeichnet werden" (S. 4), habe ich so meine Schwierigkeiten. Kultur wird hier dermaßen evolutionistisch verstanden, erklärt und beschrieben, dass mir ganz anders wird. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass die unilinearen evolutionistischen Theorien spätestens seit den 1960er Jahren völlig überholt sind, doch stattdessen darf ich so etwas lesen wie: "In den primitiven [sic!] Gesellschaften genügt zunächst die gesprochene Sprache als Medium zwischenmenschlicher Kommunikation..." (S.15). Wenig später kommt's noch dicker: "Die Anfänge schriftlicher Kommunikation sind z.B. in Fels-und Höhlenmalereien zu sehen. Dies weist darauf hin, dass Schriftlichkeit erst sinnvoll angewendet werden kann, nachdem frühe Kulturen fähig sind, Ackerbau zu betreiben und aus Jägern und Sammlern sesshafte Bauern werden." (S.15)
Also wirklich, als gäbe es nur diese eine lineare deterministische Entwicklung von Kultur!!!
Jetzt frage ich mich: lohnt es sich weiterzulesen, oder zieht sich diese rückständige Kulturtheorie durch das ganze Buch?

Kommentare:

Bernhard hat gesagt…

Kommentar eines Ehemaligen (10. Matrikel):

Kapitel 3 und 4 überfliegen; alles andere steht anderswo auch.

Euch allen viel Erfolg und gute Nerven im Studium
Bernhard

Regina Kanzler hat gesagt…

Vielen Dank für den Tipp!